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Berufswahl – Schritt für Schritt

Was soll aus mir werden?

Berufswahl

Das Ende deiner Schulzeit naht. Neben den letzten, entscheidenden Prüfungen und der Abschlussfahrt wird dich nichts so sehr beschäftigen wie die Frage, wie es wohl weitergehen wird in deinem Leben. Vielleicht bist du noch ganz unsicher, ob du ein theoretisches Studium beginnen sollst oder eine Ausbildung mit eher praktischem Schwerpunkt. Im letzteren Falle ist zu entscheiden: Welche Ausbildung, welcher Beruf? Nichts ist dabei weniger angebracht als Panik. Denn nicht nur der Volksmund weiß: Wo ein Wille ist, ist ein Weg.


Dieser Weg erfordert einige Schritte. Gleich am Anfang steht eine wichtige Frage:

 

WAS KANN ICH?
Die meisten Menschen tun sich schwer, ihre Stärken zu benennen. Sie halten sie einfach für selbstverständlich, für nichts Besonderes. Doch nehmen wir einmal an, du hast handwerkliches Geschick. Dir fallen doch garantiert Leute ein, die da mit dir nicht mithalten können? Das gilt es, sich bewusst zu machen. Ein guter Ausgangspunkt ist außerdem, darüber nachzudenken, wann man das letzte Mal richtig stolz auf sich war. Hast du eine Party gut organisiert? Im Urlaub mit deinen Fremdsprachenkenntnissen verblüffen können? Hast du ein tolles Kleid selbst genäht? In einer Diskussion sachlich und überzeugend Argumente vorgebracht? Oder ist es dir gelungen, die Waschmaschine zu reparieren, als eine von Mamas Haarnadeln die Pumpe blockierte? Wenn du dir etwas Zeit nimmst, wirst auch du etwas finden, was du gut gemacht hast, nach deiner eigenen Meinung und auch nach der Einschätzung anderer. Apropos andere. Es ist völlig legitim und sogar klug, deine Selbstperspektive um eine Fremdperspektive zu ergänzen. Will sagen: Frage deine Freunde, Eltern, Geschwister oder Lehrer, denen du vertraust, was sie an dir schätzen! Was haben sie zuletzt Positives über dich gesagt?

Die zentralen Fähigkeiten, die du auf diese Weise ermittelt hast, schreibst du auf ein Blatt Papier. Dann geht es weiter mit dem nächsten Schritt.

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WAS WILL ICH?
Du kennst sicher die Situation: An manchen Tagen kannst du dich zu rein gar nichts aufraffen. Das Zimmer bleibt unaufgeräumt, das Lauftraining findet ohne dich statt – und die Hausaufgaben öden dich schon mal aus Prinzip an. Aber es gibt auch die entgegengesetzten Momente, wo dir alles leicht von der Hand geht. Du kannst zum Beispiel mühelos in aller Herrgottsfrühe aufstehen, wenn du mit deiner neuen Kamera einen spektakulären Sonnenaufgang einfangen willst. Du schreibst mit Hingabe an einem Theaterstück, das vor der Sommerpause in der Aula aufgeführt werden soll – oder du liebst es, die verschiedenen Aufgaben der Theater-AG zu koordinieren. Du hilfst einem Flüchtling, sich in Deutschland zurechtzufinden – und du empfindest das nicht als Mühe, sondern als Bereicherung. Oder du entwickelst einen unglaublichen Wissensdurst, nachdem du in die ersten Geheimnisse des Programmierens eingeweiht worden bist. Beispiele gibt es viele. Finde heraus, was genau dich motiviert. 

Wenn du etwas nicht wirklich gerne tust, wirst du in diesem Beruf nirgendwo auf der Welt etwas erreichen. Deshalb solltest du deine individuelle Motivation stets im Blick haben, wenn es um die Berufswahl geht. Es spricht nichts dagegen, dass du dich auch an alte Kindheitsträume (von Lokführer bis Tierärztin) erinnerst. Oder stell dir einfach vor, du hättest einen Wunsch frei – welchen Beruf würdest du wählen? Manchmal kann es befreiend sein, die »Realität« oder angebliche Erfolgsaussichten etwas beiseitezuschieben.

 

WELCHE BERUFE ERGEBEN SICH DARAUS?
Du hast auf deinem Blatt Papier nun nicht nur deine Fähigkeiten notiert, sondern auch festgehalten, was dich bewegt. Auf dieser Grundlage, durch die Verknüpfung der Ergebnisse, kommst du deinem Berufsziel näher. Oft sind die Lösungen naheliegend. Wenn du ein Händchen für alles Technische hast und nichts mehr liebst als Ausflugsfahrten mit deinem Motorrad, drängt sich der Aus-bildungsberuf »Zweiradmechaniker/in – Motorradtechnik« geradezu auf. Die Berufsberaterin Uta Glaubitz, die ein Standardwerk zum Thema Berufswahl geschrieben hat (siehe Literaturangabe unten), ermutigt jedoch dazu, auch spielerisch und phantasievoll an das Thema heranzugehen. Eine junge Frau namens Regina, die an einem ihrer Workshops teilnahm, konnte schon immer stundenlang die Konzentration hochhalten und dicke Bücher verschlingen. Daneben war sie eine begeisterte Besucherin von Trödelmärkten. Die Kombination dieser individuellen Vorlieben führte in ihrem Fall zu gleich mehreren Berufsvorschlägen: Bibliothekarin, Buchrestauratorin, Fach-angestellte für Medien- und Informationsdienste, Archivarin etc. Da Regina auch noch ein Faible für Filme hatte, kristallisierte sich allmählich immer deutlicher ihr Traumberuf heraus: Buchhändlerin mit Schwerpunkt auf Filmliteratur.

Mit etwas Geduld und vor allem Kreativität wirst auch du spannende Tätigkeitsfelder für dich formulieren können. Lade dir dazu ruhig gute Freunde ein, die dich dabei unterstützen, deine Stärken, Motivationen und Träume in den richtigen Beruf münden zu lassen.

 

WER KANN MIR HELFEN?
Neben diesem gemeinsamen Brainstorming kannst du dir Hilfe natürlich auch noch woanders suchen. Der Besuch einer Berufs- oder Ausbildungsmesse bringt dich vielleicht auf ganz neue Gedanken – und nicht zuletzt kannst du dort alle deine Fragen platzieren. Ähnliches gilt für die Arbeitsämter (Berufsberatung) oder Hochschulen (Studienberatung). Manche Universitäten bieten ein Schnupper-studium an – oder zumindest Tage der offenen Tür zum Kennenlernen einzelner Institute.

 

WO GIBT ES MEINEN BERUF? 
Nun ist langsam der Punkt erreicht, wo du dich entscheiden musst. Du hast dir Gedanken gemacht über deine Fähigkeiten und Leidenschaften, hast Kreativität walten lassen beim Kombinieren, Freunde und Experten zu Rate gezogen. Wir alle tendieren dazu, Entscheidungen aufzuschieben. Doch nicht nur im Management gilt: »Eine falsche Entscheidung hat nie so schlimme Folgen wie eine fehlende Entscheidung.« Nur Mut also! Man sollte sich klarmachen, dass selbst ein Traumberuf nicht jeden Tag perfekt sein kann – jede Tätigkeit hat ihre Vor- und Nachteile. Die Berufsberaterin Uta Glaubitz formuliert es so: »Der richtige Beruf ist der, für den man bereit ist, auch über […] Ja-abers hinwegzugehen.«

Zu einem Beruf den passenden Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zu finden, ist der nächste und abschließende Schritt. Manchmal ist die Recherche nicht allzu schwierig. Wer Koch werden will, nimmt zum Beispiel einen Restaurantführer in die Hand; zukünftige Friseure müssen sich vor allem Gedanken darüber machen, in welchem der vielen Salons in einer Stadt sie am liebsten arbeiten wollen. Aber was ist, wenn du dir in den Kopf gesetzt hast, Manager(in) einer Rockband zu werden? Dann empfiehlt sich zum Beispiel, eine Zeit lang als Roadie zu arbeiten. Du lernst die Materie dann »von der Pike auf« kennen und knüpfst vor allem Kontakte in der Szene. Dem Berufsziel Eventtechniker(in) kommst auf die Spur, indem du dir beispielsweise das Ausstellerverzeichnis der Messe »World of Events« in Wiesbaden besorgst, mit interessanten Firmen Verabredungen triffst und sie auf der Messe besuchst. Wichtig sind der Mut zur Entscheidung, Phantasie und auch eine Portion Ausdauer. Lass dich nicht so schnell abschütteln – zum Beispiel von einer Absage oder auch von vorschnellen Marktanalysen, die bestimmten Berufen in der Zukunft keine Chance gibt.


LINKTIPP


Berufswahltests?
Im Internet kursieren etliche sogenannte Berufswahltests, die angeblich den am besten geeigneten Beruf für dich heraus-filtern. Manche dieser Tests sind unseriös, kostenpflichtig und zielen darauf ab, deine persönlichen Daten zu ergattern. Außerdem: Niemand kann dir deine individuelle Entscheidung abnehmen, du musst sie selbst treffen. Ein Test, der jedoch sinnvoll ist und diese Entscheidung unterstützen kann, findet sich hier.


Weitere ausführliche Informationen zu diesem Thema, mit vielen Tipps und Denkanstößen, bietet: 
Uta Glaubitz, Der Job, der zu mir passt. Das eigene Berufsziel entdecken und erreichen. Campus Verlag, Frankfurt am Main 2014 (und ältere Auflagen). In jeder guten Bibliothek erhältlich.

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