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Duales Studium

Blicke über den Tellerrand

Theorie oder Praxis? So lautet auf den Punkt gebracht die Gretchenfrage, die sich viele Schüler stellen, wenn sie über ihre Zukunft nachdenken. Einerseits reizt es viele junge Leute, sofort nach der Schule eine Ausbildung zu beginnen und erste handfeste Berufserfahrungen zu sammeln. Andererseits locken Studentenleben, vertieftes Lernen und vielleicht auch ein akademischer Grad, mit dem man sich schmücken kann. Doch schließt das eine überhaupt das andere aus? Nein – denn das duale Studium kombiniert viele Vorzüge miteinander, auf unterschiedliche Weise.

 

Das Wort »dual« stammt aus dem Lateinischen und bedeutet »eine Zweiheit bildend«. Bestandteile dieser Zweiheit beim dualen Studium sind Bildungswege, die traditionell verschiedene Wahlmöglichkeiten darstellten und nichts miteinander zu tun hatten: die Lehre und das Hochschulstudium. Doch als in den 1970er-Jahren die Zahl der Abiturienten und Studierenden stark anstieg, fürchteten viele Unternehmer, keinen Nachwuchs mehr für ihre Betriebe finden zu können. Konzerne wie Daimler oder Bosch reagierten auf die Entwicklung, indem sie ein ganz neues Konzept vorschlugen. Die klassische betriebliche Ausbildung sollte mit Elementen eines akademischen Studiums angereichert werden, um die Lehre für Schulabgänger wieder attraktiver zu machen. 

 

1.384 Studiengänge 
Eine Testphase erwies sich als sensationeller Erfolg. Seither ist das duale Studium eine success story mit beeindruckenden Zahlen. Gab es 2007 erst 718 duale Studiengänge, waren es 2012 bereits 1.384 – Tendenz rapide steigend. Aktuell bieten 45.000 Unternehmen, über ganz Deutschland verteilt, mindestens einen dualen Studiengang an.

 

Inzwischen handelt es sich nicht mehr um ein Modell, sondern um mindestens drei verschiedene Typen:

Ausbildungsintegrierter dualer Studiengang
Das Besondere bei dieser weitverbreiteten Variante ist, dass die Studierenden innerhalb von drei bis fünf Jahren gleich zwei Abschlüsse erwerben: einen Bachelor an der Hochschule ihrer Wahl und einen Kammerabschluss nach erfolgreich absolvierter Berufsausbildung in einem Unternehmen. Im Vergleich zum nicht-dualen Ablauf (erst Ausbildung, dann Studium) spart man ca. zwei Jahre Zeit. Vom Betrieb erhalten die Studierenden zudem eine Vergütung, in der Regel zwischen 500 und 1.000 Euro monatlich. Durch diese Art der Zusammenarbeit wird die Bindung zwischen Unternehmen und Studierendem sehr gestärkt. 

Voraussetzung: Fachhochschulreife / Abitur.

 

Praxisintegrierter dualer Studiengang
Eine mit Prüfung abgeschlossene Berufsausbildung wird hier zwar nicht erlangt, doch wird das Bachelor-Studium durch fest definierte lange Praxisblöcke ergänzt, die sinnvoll auf das Studium bezogen sind. Vorausgesetzt wird auch hier die Fachhochschulreife bzw. das Abitur.

 

Berufsintegrierter dualer Studiengang
Hierbei handelt es sich um ein Studium mit gleichzeitiger Teilzeittätigkeit in einem Unternehmen, und zwar nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung. Die Arbeit im Betrieb wird tage- oder blockweise verrichtet. In diesem Fall wird das Abitur nicht verlangt.

Anfangs beschränkten sich die Studienangebote auf die Bereiche Wirtschaft und Technik, doch inzwischen sind die Möglichkeiten fast grenzenlos. Von A (wie Augenoptik) bis W (wie Wissenschaftliches Programmieren) steht eine Fülle von Studiengängen zur Verfügung. 

 

Gute Karrieremöglichkeiten
Erfahrungsberichte von Teilnehmern des dualen Studiums (u. a. zu finden in den Links unten) fallen in der Regel sehr positiv aus. Anne-Katrin Teichmüller studiert an der FH Münster Therapie- und Gesundheitsmanagement und macht parallel dazu am Universitätsklinikum eine Ausbildung zur staatlich anerkannten Logopädin. Ihr gefällt, dass sie über den Tellerrand hinausschauen kann. Die Ausbildung ermöglicht ihr ein frühzeitiges Arbeiten mit den Patienten, während die Wissensvermittlung überwiegend in Form von Vorlesungen stattfindet und einen interessanten Gegenpol darstellt. Diese enge Verzahnung von Theorie und Praxis schätzt auch Wiebke Krämer, die Maschinenbau mit der Vertiefungsrichtung Produktion und Logistik in Wolfenbüttel studiert und gleichzeitig bei Volkswagen eine Lehre absolviert. Als weiteres Plus nennt sie, dass am Ende des Studiums die Übernahme ins Unternehmen winkt. Generell sind die Karrieremöglichkeiten nach einem dualen Studium bestens. 

Wie nun finden Schulabgänger den für sie perfekten dualen Studiengang? Sehr hilfreich ist in dem Zusammenhang das vom Bundesbildungsministerium geförderte Internetportal AusbildungPlus. Dort gibt man in einer Suchmaske den Studiengang ein, für den man sich interessiert, und bekommt dann eine Liste über die verschiedenen dualen Angebote. Wer z.B. nach »Tourismusmanagement« sucht, erhält 24 Treffer, sowohl praxisintegrierte als auch ausbildungsintegrierte Studiengänge (mit der Möglichkeit, sich als Tourismuskaufmann/frau, Veranstaltungskaufmann/frau etc. ausbilden zu lassen). Private Internetseiten ermöglichen die Suche auch über ein Unternehmen oder den Standort einer Berufsakademie, Fachhochschule oder Universität.

Wie immer gilt: Rechtzeitige Recherche lohnt sich.

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