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Abbruch der Lehre: Jeder vierte Azubi schmeißt hin

Die Zahlen gingen durch die Medien und ließen im ganzen Land aufhorchen. Nach der Wiedervereinigung in Deutschland haben noch nie so viele Azubis ihre Lehre abgebrochen wie zurzeit. Einer Auswertung für den Berufsbildungsbericht 2013 ist zu entnehmen, dass 24,4 Prozent aller Auszubildenden frühzeitig das Handtuch werfen, ein Drittel davon schon in der Probezeit. Knapp 150.000 Ausbildungsverträge wurden zuletzt pro Jahr aufgelöst. 

 

Erhebliche Unterschiede gibt es dabei von Beruf zu Beruf. Jeder zweite Kellner und Umzugshelfer beendet seine Lehre nicht, auch 40 Prozent der Köche, Kosmetikerinnen, Gebäudereiniger und Friseure steigen vorzeitig aus. Am seltensten brechen Verwaltungsfachangestellte, Elektroniker und Bankkaufleute ihre Ausbildung ab. Die Arbeitgebervertreter zeigen sich angesichts der Rekordzahlen besorgt, denn jede Vertragsauflösung kostet die Unternehmer Geld. Die Gewerkschaften sehen erheblichen Reformbedarf und empfehlen besonders den Betrieben in den »Problembranchen«, die Ausbildungsqualität zu erhöhen.

Unabhängig davon können auch die Azubis selbst einiges dazu beitragen, dass es gar nicht erst zu Missverständnissen, Frustrationen und schließlich Ausbildungsabbrüchen kommt. »Ich habe mir den Job ganz anders vorgestellt« ist ein Satz, der noch viel zu oft zu hören ist. »Die Jugendlichen sollten sich so realistische Vorstellungen von ihrem zukünftigen Beruf machen wie möglich«, sagt Ulrike Friedrich vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag. Dazu ist es zum Beispiel wichtig, dass sie vor Ort erfahren, was auf sie zukommt. Durch ein Praktikum, aber auch durch ein freiwilliges soziales Jahr können die jungen Leute herausfinden, ob ein bestimmter Beruf für sie in Frage kommt. Daneben gibt es Angebote, die noch recht unbekannt sind. So vermitteln die lokalen IHK-Vertretungen bei Interesse »berufs- und lebenserfahrene Senioren«, die Berufseinsteigern erklären, worauf es in jeder Ausbildung ankommt.

Kommt es einmal zu Konflikten mit dem Ausbilder oder mit Kollegen, ist eine aktive Kommunikation oft die klügste Wahl. Manche Probleme lassen sich durch ein Gespräch lösen. Diese Vorgehensweise entspricht auch dem Selbst-verständnis vieler Azubis, die ihre Rechte kennen, eine gute Ausbildung wünschen – und wissen, dass es auch von ihrem Verhalten abhängt, wie erfolgreich eine Lehre verläuft.

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