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Suspended Coffee – Jetzt auch in NRW

Nächstenliebe aus der Tasse

Suspended Coffee

Frühstück ohne Kaffee? No way, werden viele sagen, dann schon eher Kaffee ohne Frühstück. tl_files/ausbildungsplatz/img/Redakteurmaterial/Newsbilder im Artikel/SuspendedCoffeeLogo.png
Das aromatische Getränk ist bei uns nicht mehr wegzudenken, macht so manche Bürostunde oder Schulpause erst erträglich und gehört zum täglichen Lebensgenuss einfach dazu. Nicht jeder jedoch kann sich ihn leisten; eine Tasse Kaffee in einem Restaurant kann teuer sein. Eine 17-jährige Schülerin mit Herz sorgt jetzt dafür, dass sich eine alte italienische Idee auch bei uns durchsetzt. Dank ihr freuen sich Bedürftige über einen Gratis-Kaffee und soziale Teilhabe.


Neapel ist eine Stadt, in der das Kaffeetrinken geradezu als Menschenrecht gilt. Entsprechend empörend finden es die Bürger, wenn arme Menschen auf das wärmende Getränk verzichten müssen. Schon vor über 100 Jahren entstand deshalb in der süditalienischen Hafenstadt das Prinzip des »Caffè sospeso«: ein Kunde bezahlt in einem Café zwei Kaffees, trinkt aber nur einen. Der andere Kaffee wird für jemanden aufgehoben, der ihn sich nicht leisten kann. Auf diese Weise teilen die Neapolitaner ihr Glück. Der Präsident des lokalen Fußballklubs SSC Neapel ist z.B. bekannt dafür, nach einem Sieg seiner Mannschaft gleich zehn »Sospesi« in seinem Stammlokal zu hinterlassen.


TRENDSETTER IN BIELEFELD
Im Zuge der Finanzkrise wird die Praxis seit 2008 auch in anderen Ländern aufgegriffen. In Bulgarien ahmen schon weit über 100 Cafés die Idee nach, ebenso gastronomische Einrichtungen in Spanien, in der Ukraine, in den USA oder Australien. Über das Internet wurde Saskia, eine 17-jährige Schülerin aus Zwönitz im Erzgebirge, auf den »suspended coffee« aufmerksam – in der globalen Welt hat das Phänomen einen englischen Namen bekommen. Sie stellte fest, dass es im Netz noch keine deutsche Seite über die nachahmenswerte Idee gab. Und sie handelte! Sie opferte viele Stunden ihrer Freizeit und schuf eine Website, auf der sie über den »aufgeschobenen Kaffee« und seine Geschichte informiert. Vor allem aber fordert sie ihre Mitmenschen dazu auf, die Initiative zu unterstützen. Jeder kann z. B. sein Lieblingscafé darum bitten, das Prinzip des »suspended coffee« ebenfalls einzuführen. Restaurantbesitzer können die Idee gleich umsetzen. Sie können ihre Teilnahme auf Saskias Seite sichtbar machen und finden dort sogar Werbematerial zum Ausdrucken.

Die ersten Gastronomen in Deutschland, die auf den Zug aufsprangen, kamen nicht etwa aus Berlin, München oder Hamburg –sondern aus Bielefeld und Umgebung. Giuseppe Fracasso, der die Pizzeria Piccola und das Lokal Hermsburger in der City-Passage betreibt, ließ sich nicht zweimal bitten. Inzwischen kann man bei ihm nicht nur Kaffee »aufschieben« lassen, sondern z.B. auch eine Pizza. »Man kann nie wissen, ob man nicht selbst irgendwann in eine schlechte Situation kommt. Darum will ich helfen«, sagt der junge Wirt. Bis zu 30 Kaffees täglich kaufen seine Gäste im Voraus für Bedürftige, die sich sonst einen Espresso verkneifen müssten.

Aus dem guten Gedanken wird auch in Deutschland immer mehr eine kleine Bewegung, der sich ständig weitere Einrichtungen anschließen. In Soest kann man ärmeren Menschen im »Alten Schlachthof« und in der »Eismanufaktur« einen Kaffee spendieren, in Lippstadt im »Brauhaus Thombansen«, in Havixbeck im »Teitekerl«. Frisch dabei ist auch die »Alexianer Waschküche« in der Nähe des Münsteraner Bahnhofs.

Saskia ist begeistert über diese Entwicklung – hält sie aber erst für einen Anfang. Eine kleine Geste mache Obdachlosen eine Freude, aber nicht nur ihnen. Rentnern, Studenten oder Arbeitslosen könnten ein paar schöne Minuten geschenkt werden: »Sich in ein Café setzen heißt, sich sozial einbinden. Die Aktion soll ein Zeichen setzen, dass man niemand aus der Gesellschaft ausgrenzt. Ein Zeichen der Nächstenliebe.«

CHAPEAU!
ausbildungsplatz aktuell zieht den Hut vor Saskias Engagement. Wenn du Kaffeeliebhaber bist und sie unterstützen willst, sprich gastronomische Betriebe auf die Idee an. Als Restaurantbesitzer gehst du auf ihre Seite, lässt dich eintragen und wirst unterstützt. Saskias Seite enthält auch viele weitere Infos:
www.suspendedcoffee.de

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