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Von Angesicht zu Angesicht

Glückwunsch! Deine Bewerbung hat die erste Hürde passiert und dir die Tür zum Vorstellungsgespräch geöffnet. Vielen graut es vor dem persönlichen Interview, und zwar egal wie viel Berufserfahrung man hat. Da hilft nur eines: sich gut vorbereiten und gelassen an die Sache rangehen. Wir haben die wichtigsten Tipps für dich zusammengestellt.


Vorbereitung

Recherche

Nimm dir Zeit für eine ausführliche Recherche des Unternehmens und der Produkte bzw. Dienstleistungen. Informiere dich auch über Konkurrenz-Unternehmen: Vielleicht kannst du mit einer Aussage punkten, wie sich die Firma von anderen abhebt. Darüber hinaus solltest du dich natürlich auf Fragen vorbereiten, warum dich die Stelle interessiert und warum du geeignet dafür bist.

Tipp: Wenn deine Notizen sauber geschrieben sind, kannst du sie ohne Probleme in einer Mappe mit zum Gespräch mitbringen. Es geht ja hier nicht ums Auswendiglernen.


Gesprächspartner

Das Gespräch findet je nach Unternehmensgröße zwischen dir, dem Personalverantwortlichen, manchmal auch dem Abteilungsleiter statt. Das heißt, es können bis zu drei Personen dir gegenüber sitzen. Gibt es mehrere Gesprächsrunden, ist der oberste Chef normalerweise erst am Ende dabei.

Tipp: Frag vorher nach, wer deine Gesprächspartner sind.


Dos and don’ts

Angemessene Kleidung und gute Manieren sollten selbstverständlich sein. Übertriebenes Make-up oder ein tiefer Ausschnitt sind genauso tabu wie schmutzige Fingernägel oder eine ausgebeulte Jeans.

Tipp: Wenn du hier unsicher bist, bitte deine Eltern oder deinen Lehrer um Hilfe.


Anreise

Plane deine Anreise sorgfältig. Informiere dich rechtzeitig, wie du zum Unternehmen kommst, und plane auf jeden Fall genügend Puffer ein. Wenn genau an diesem Tag die U-Bahn Verspätung hat, kommst du schon völlig gehetzt an und der erste Eindruck (siehe unten) ist im schlimmsten Fall verpatzt.

Tipp: Auch das Wetter nachgucken, sonst ist womöglich der neue Anzug durchnässt und du erscheinst als nasser Pudel.


Gesprächsablauf

Phase 1: Der Eisbrecher – »Haben Sie gut hergefunden?«

In der Eisbrecher-Phase dient zum Aufwärmen. Nicht die Informationsbeschaffung steht hier im Vordergrund, sondern der Aufbau einer Beziehung für das weitere Gespräch. Wenn du gefragt wirst: »Können wir Ihnen etwas zu trinken anbieten?«, dann ruhig annehmen, schließlich ist dies das erste Angebot des Chefs in spe. Außerdem kann man sich an einem Glas Wasser manchmal ganz gut festhalten. Meistens wird zu Beginn kurz über das Wetter oder die Anreise geplaudert. Das gibt dir eine Verschnaufpause und du kannst innerlich noch mal tief durchatmen. Jedes unverfängliche, neutrale Thema ist hier geeignet, das Eis zu brechen, zum Beispiel das Wetter oder der Verkehr. Politische, religiöse oder sonst irgendwie wertaufgeladene Themen sollten grundsätzlich – das gilt für das ganze Gespräch – gemieden werden. Anschließend erläutert der Interviewer kurz den groben Ablauf und Zeitrahmen des Interviews, das gibt dir ein wenig Sicherheit, was dich erwartet.

Tipp: Der erste Eindruck ist entscheidend – ein offener Blick in die Augen, ein fester Händedruck und ein Lächeln kommen immer gut an.


Phase 2: Erzählphase – 10 Minuten Rampenlicht

Auf die Aufwärmphase folgt in den meisten Gesprächen die Erzählphase. Hier hast du als Bewerber etwa zehn Minuten Zeit, um dich vorzustellen. Es bietet sich an, sich dabei am Lebenslauf zu orientieren. Das gibt dir ein wenig Halt und Struktur. Achte darauf, dass du frei sprichst und vermeide eine Nacherzählung deines Lebenslaufs à la »Ich wurde geboren als …«, sonst ist dein Gegenüber schon nach dem dritten Satz eingeschlafen. Du kannst dir auch im Voraus schon besonders prägende Phasen / Ereignisse überlegen und diese hervorheben, wenn diese besondere Eigenschaften oder Fähigkeiten befördert haben. Der Personaler wird später auf Informationen zurückkommen, die er hier erhalten hat. Die Herausforderung besteht darin, weder zu kurz noch zu lang zu sprechen und wederzu umfassend, noch zu oberflächlich zu bleiben. Aber es klingt schlimmer als es ist, und wie so häufig gibt es hier kein »richtig oder falsch«, sondern individuelle Möglichkeiten. Mit einem lebendigen, selbstsicheren Auftreten kannst du hier punkten.

Tipp: Das »Kurzreferat« kannst du daheim gut vor dem Spiegel oder vor einem Freund üben.


Phase 3: Tiefer bohren – »Was ist Ihre größte Stärke?«

In der nächsten Phase versucht der Personaler im Dialog bestimmte Eigenschaften wie Kognition, Motivation und sozialzwischenmenschliches Verhalten genauer zu ergründen. Inhaltlich geht es dabei um deine aktuelle Situation, Schulabschluss, Noten, Interessen, Erfahrungen, Kompetenzen, Potenzial und Eignung. Dein potenzieller Chef will deine individuellen Qualitäten herausarbeiten und Schein und Sein überprüfen. Hier ist es wichtig, schlagfertig und kreativ zu sein, aber zugleich ehrlich und glaubwürdig zu bleiben. Auch mit pikanten Fragen wie »Was ist Ihre größte Schwäche?« oder »Warum sollten wir gerade Sie einstellen?« muss hier gerechnet werden. Personaler bohren gerne mal an empfindlichen Stellen nach, wer zu dick aufgetragen hat, blamiert sich. Jeder Mensch hat Schwächen, das wissen auch Personaler. Sie wollen mit solchen fiesen Fragen vor allem testen, ob du dich leicht aus der Ruhe bringen lässt. Wenn du einmal nicht weiter weißt, kannst du auch darum bitten, später noch mal auf die Frage zurückzukommen. Das ist manchmal besser als zu stottern.

Tipp: Es gibt gute Ratgeber im Buchhandel und im Internet zum Thema »Fiese Bewerberfragen«. Ruhig mal durchlesen, aber nicht verunsichern lassen.


Phase 4: Informationsphase – jetzt sind die Anderen dran

In der anschließenden Informationsphase stellt der Personaler nun das Unternehmen vor und informiert dich über Anforderungen und Aufgaben der offenen Stelle. Das bedeutet für dich eine kurze Verschnaufpause, aber hör gut zu, auch wenn du die Stellenbeschreibung schon kennst.

Tipp: Block und Stift sollten von Anfang an vor dir liegen, um dir etwas notieren zu können.


Phase 5: Bewerberfrage »Wie läuft das mit den Überstunden?«

Nach der Informationsphase durch den Personaler hast du nun die Möglichkeit, Unklarheiten zu beseitigen, Fragen zu stellen und noch mal dein Interesse an der Stelle zu bekräftigen. Das macht einen proaktiven Eindruck und zeigt, dass du zugehört und dich mit dem Unternehmen eingehend beschäftigt hast. Wenn der Personaler sie bisher verschwiegen haben sollte, ist es auch durchaus legitim, nach den Rahmenbedingungen in dem Unternehmen zu fragen, also zum Beispiel Urlaubsregelungen, Überstunden und Verdienst.

Tipp: Im Idealfall hast du dir bereits zuhause ein oder zwei Fragen zum Unternehmen oder zur Stelle notiert und auf einem Blatt vor dir liegen.


Phase 6: Feedback-Phase – »Es hat mich sehr gefreut«

In manchen Gesprächen schließt sich an die Frage-Phase eine Feedback-Phase an, in der der Bewerber das Gespräch beurteilen kann. Auch hier ist Vorsicht angesagt, denn das Interview ist noch nicht vorbei.

Tipp: Auch das kann man daheim üben.


Phase 7: Ein guter Abgang – jetzt nur nicht stolpern!

Am Ende des Gesprächs gilt es, das Ganze gut ausklingen zu lassen und sich freundlich zu verabschieden. Auch hier kann es wieder um Themen wie Abreise, Wetter und Ähnliches gehen. Wenn du jetzt beim Rausgehen nicht noch gegen die Glastür läufst, hast du alles überstanden – und kannst von jetzt an hoffen und Daumen drücken – vorausgesetzt natürlich, dir selbst hat das Gespräch gefallen, schließlich muss das Unternehmen ja auch dich überzeugen.

Tipp: Bleib freundlich und seriös, bis du auf der Straße und außer Sicht- und Hörweite bist.


Premiumpartner

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