Aktuell

24.02.10

Eigenes NRW-Stipendienprogramm

Student

Wir befinden uns im Winter-Semester 2009/10, ganz Deutschland leidet unter dem Stipendienchaos… Ganz Deutschland? Nein, ein Bundesland tief im Westen

leistet Widerstand, es hat im Alleingang ein eigenes Förderprogramm für begabte Studenten ins Leben gerufen. Nordrhein-Westfalens Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart kämpft seit Jahren für

ein einheitliches Stipendienprogramm in ganz Deutschland, mit dessen Hilfe zehn Prozent der Studierenden gefördert werden

sollen. Bislang liegt die Bundesrepublik im internationalen

Vergleich bei der gezielten Förderung von Studenten weit zurück, gerade Mal zwei Prozent erhalten nach Angaben des Studenten-

werks ein Stipendium.

Fast nichts
Andreas Pinkwart fand eine deutliche Umschreibung für diesen Zustand: "Im Vergleich zu anderen Ländern ist das nichts", und er forderte ein nationales Stipendiensystem als  „Quantensprung und eine längst überfällige leistungsbezogene Ergänzung zum Bafög". Entsprechend brachte er seine Forderung bei der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) von Bund und Ländern ein, dem Gremium, das sich seit 2008 die Neuorganisation der Wissenschafts- und Forschungsförderung von Bund und Ländern auf die Fahne geschrieben hat.
Allerdings erfolglos, denn sein Vorschlag scheiterte an den SPD regierten Ländern, deren Vertreter die Meinung vertraten, mit den geplanten Stipendien würden nur Begabte gefördert, aber faktisch nicht mehr Abiturienten als bisher der Weg in die Universität geebnet. Folglich würden keine zusätzlichen Bildungspotenziale erschlossen, diese zusätzliche Förderung käme nur denen zu Gute, die bereits überproportional vom bestehenden System profitieren würden. Alle müssten Studiengebühren bezahlen, es würde durch diese Stipendien nicht mehr Studierenden den Zugang zu den Hochschulen ermöglicht. Es sollte besser über eine Ausweitung des Bafög diskutiert werden.

Alleingang
Wenn nicht zusammen mit den anderen Bundesländern, dann eben allein – das ist das Fazit der nordrhein-westfälischen Regierung. Sie realisierte das leistungsorientierte und einkommensunabhängige Stipendiensystem jetzt im Alleingang.

Seit dem Wintersemester 2009/2010 erhalten bereits 1.400 Studierende im Rahmen des NRW-Stipendienprogramms eine finanzielle Förderung. Diese Zahl soll bis zum kommenden Wintersemester fast verdoppelt werden.
Jeder Stipendiat erhält 300 Euro monatlich und das für mindestens zwei Semester bis maximal für die gesamte Regelstudienzeit. Das Modell finanziert sich zur Hälfte aus öffentlicher Hand, die andere Hälfte steuern Unternehmen, Stiftungen und Privatpersonen bei.

Die Auswahl der Stipendiaten liegt direkt bei den einzelnen Hochschulen. Informationen und Ansprechpartner online:



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