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Work and Travel
Good Morning, große Welt!
Die Zeit unmittelbar nach der Schule ist mit die spannendste im Leben. Schnell tauchen allerdings auch Fragen auf. Willst du ausgedehnt reisen, neue Freunde kennenlernen? Oder willst du lieber jobben und etwas Geld verdienen? Es gibt ein attraktives Angebot, diese Möglichkeiten miteinander zu kombinieren:
Work and Travel!
Klingt das nicht reizvoll? Du gönnst dir eine längere Auslandsreise und finanzierst den Aufenthalt, indem du im Land deiner Träume auch arbeitest. Du willst mehr wissen?
Work and Travel – was ist das?
Der Name sagt es schon recht genau. Work and Travel bezeichnet eine Kombination aus intensivem Bereisen eines Landes mit diversen Zwischenstopps und unterschiedlichen Gelegenheitsjobs – damit auch immer genügend Cash zur Verfügung steht.
Wo geht das?
Ganz klassisch wählen viele junge Leute für ihr Workand- Travel-Abenteuer die Länder Australien, Neuseeland und Kanada. Diese Staaten stellen das sogenannte Working Holiday Visum (WHV) aus – eine wichtige Grundlage für den reibungslosen Ablauf deines Auslandaufenthalts. Das Visum kannst du beantragen, wenn du mindestens 18 Jahre alt bist – üblicherweise machst du das ein paar Wochen oder Monate vor deiner Reise. Es gibt auch ein maximales Alter für das WHV, nämlich 30 Jahre (Australien, Neuseeland) bzw. 35 Jahre (Kanada). Im Netz bieten verschiedene Agenturen Webinare zu den WHV an; du lernst dort, was du mit dem Visum machen darfst und was nicht. Teilweise sind diese Webinare kostenlos. Ein großer Vorteil der klassischen Work-and-Travel- Länder ist, dass du vermutlich nicht allzu große Sprachprobleme haben wirst, denn dein Englisch wird dort sicher verstanden. Good morning, große Welt!
Eigentlich kommt aber eine Vielzahl von
Ländern infrage? Im Prinzip ja. In den letzten Jahren sind Länder wie Japan und Südkorea populär geworden, außerdem Destinationen in Südamerika wie etwa Uruguay. In Chile gibt es eine größere Auswahl an Jobs, aber hier musst du ein reguläres Arbeitsvisum beantragen. Die Bestimmungen sind von Land zu Land recht verschieden. Beginne rechtzeitig mit deinen Recherchen.
Welche Jobs kann ich übernehmen?
In den klassischen Ländern Australien, Neuseeland und Kanada reist du in der Regel von Region zu Region. An jedem neuen Ort findest du Jobs. Vielleicht hast du am Anfang deines Aufenthaltes irgendwo bei der Ernte geholfen, aber hast jetzt Lust auf was Neues? Dich reizt es, im Tourismus zu arbeiten, in der Gastronomie, in einem Nationalpark oder in einem Backpacker-Hostel? Gerade in größeren Städten kannst du aber auch auf Promotionstour gehen und z. B. Flyer verteilen. Der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt. Bei der Jobsuche solltest du etwas Geduld einplanen, aber Beharrlichkeit wird meistens belohnt.
Was kann ich verdienen?
Also, über eine Sache musst du dir im Klaren sein: Du wirst deinen Auslandsaufenthalt in den seltensten Fällen mit einem Plus abschließen. Wenn du auf einer Farm arbeitest, brauchst du für Unterkunft und Verpflegung oft nichts zu zahlen – darüber hinaus bekommst du aber kaum Gehalt. In anderen Jobs verdienst du teilweise recht gut, aber du musst dann auch selbst für Wohnen und Essen aufkommen. Länder wie Australien und Neuseeland sind diesbezüglich nicht günstig, auch wenn es immer irgendwelche Budget-Optionen gibt. Bedenke auch, dass du durchaus einige Ausgaben hast!
Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen?
Fangen wir gleich bei den Kosten an. Für das Working Holiday Visum musst du Beträge zwischen 80 Euro (Südkorea) und 400 Euro (Australien, Neuseeland) einplanen. Tolle Sache: In Japan ist das Visum kostenlos! Die meisten Länder verlangen aber den Nachweis finanzieller Rücklagen. Das darfst du nicht unterschätzen, denn hier handelt es sich um größere Summen (ca. 1800 bis 3500 Euro, je nach Land). Wenn du nicht selbst etwas gespart hast, können dir vielleicht Eltern oder Großeltern behilflich sein. Dazu kommen natürlich Reisekosten etc. Manche Staaten verlangen ein polizeiliches Führungszeugnis und ein Gesundheitszeugnis.
Soll ich mich von einer Agentur unterstützen lassen?
Das ist eine durchaus berechtigte Frage. Die Work-and-Travel-Agenturen arbeiten privatwirtschaftlich und wollen Geschäfte machen. Du musst also etwas zahlen für deren Dienste. Andererseits sind die seriösen Player seit Jahrzehnten aktiv und können dich wirklich umfassend und punktgenau beraten. Einige Anbieter organisieren Vorbereitungskurse, wo du mit allen Infos zu Visum, Anreise, Jobs und interkultureller Kommunikation versorgt wirst. Das solltest du dir überlegen! Bei der Wahl der richtigen Agentur solltest du unter anderem darauf achten, wie lange sie schon in deinem Wunschland tätig ist.
UND WENN ICH NICHT SO WEIT WEGWILL?
Klar, nicht jeder will gleich nach Australien, Japan oder Kanada – aus ganz unterschiedlichen Gründen. Zum Beispiel lehnen viele junge Menschen lange Flugreisen aus Gründen des Klimaschutzes ab. Doch auch innerhalb Europas gibt es zahlreiche spannende Angebote. Als sehr attraktiv hat sich in den letzten Jahren Portugal erwiesen. Du hast eine kurze Anreise, wenig Bürokratie, brauchst kein Visum und keine Arbeitserlaubnis – all das senkt die Kosten erheblich. Die Jobs sind vielseitig und finden etwa im Weinbau oder im Hotelgewerbe statt. Aufenthalte sind aber auch in England, Irland, Griechenland oder Spanien möglich. Ein guter Einstieg ist die Seite „Leben & Arbeiten in Europa“ des von der Europäischen Kommission koordinierten Netzwerkes EURES:
eures.europa.eu/living-and-working.de
BIN ICH DER TYP FÜR WORK AND TRAVEL?
Diese Frage kannst nur du alleine beantworten, aber sie ist natürlich das A und O. Wenn du gerne das Abenteuer suchst, Neuland liebst, selbständig, belastbar und weltoffen bist, kommt Work and Travel definitiv für dich infrage. Erwarte aber nicht, dass du ohne jedes Budget und ohne dein Zutun die Zeit deines Lebens genießen wirst!
Sehr wichtig ist eine frühzeitige und gewissenhafte Vorbereitung. Überall im Netz findest du zum Beispiel Erfahrungsberichte von Leuten, die schon in Down Under (oder anderswo) waren. Diese Seiten sollten Pflichtlektüre für dich sein.
Eine gute Startadresse ist die Website von IJAB, der Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e. V. (Link rechts). Hier erhältst du von einer nicht-kommerziellen Organisation wichtige Denkanstöße und Entscheidungshilfen, z. B. zu dem Thema, welcher Vermittlungsagentur man vertrauen kann. Viel Spaß bei der Vorbereitung!




